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Axel "Starsky" Kleinhans // Rolling Four Skateboards / "Star Box - The Rolling Force" - personalized &signed by Axel!






Mal wieder ein Highlight.

Hab das 9.25" "Star Box - The Rolling Force" Deck von Axel "Starsky" Kleinhans.

Eine Signatur, ein paar Sticker und Starsky´s Briefmarken gab es on top.

Für alle denen das berliner "Skateboard-Urgestein" nix sagt...unten ein Artikel aus der Berliner Morgenpost vom 25.08.2013:


Skater
Altherrenriege vom Gleisdreieck


Drei gestandene Männer treffen sich jeden Sonntag zum Skateboardfahren. Der Jüngste von ihnen ist 45 Jahre alt.Warum machen die das?


Von Britta Klar25.08.2013, 06:16 Uhr


Starsky steht am Rand der Riesenschüssel im Park am Gleisdreieck, johlt und klopft mit dem Ende des Skateboards eine Art Applaus an den Rand des harten Betons. Seine Anerkennung gilt dem jungen Fahrer, der gerade in der Skaterschüssel spektakuläre Tricks vollführt. Starsky freut sich wie ein kleiner Junge, trägt Klamotten wie ein Jugendlicher und fährt leidenschaftlich gern Skateboard – seit 1974. Axel „Starsky“ Kleinhans ist 50 Jahre alt und gehört zu den Ersten, die damals auf die „Rollbretter“ abfuhren.


„Wir sind hier die Altherrenriege“, sagt Kleinhans. Dann stellt er das Brett senkrecht an den Rand der Betonschüssel, „bowl“ genannt, um dann, auf dem Brett stehend, abzutauchen. Und das sieht wahrlich nicht nach Altherrenriege aus. Jeder, der Skateboardern bei ihren Bewegungen zusieht, fühlt sich gleich an Wellenreiter erinnert. „Wer keine Welle hat, der hat eben ein Skateboard“, sagen die Männer. Inzwischen sind alle an der Skateranlage im Park am Gleisdreieck angekommen. Dort treffen sie sich, an der Schüssel, die aussieht wie ein großer, leerer Swimmingpool mit abgerundeten Wänden. Eigentlich sind sie jeden Sonntag hier. Starsky und seine Freunde Markus „Marky“ Thummerer, 48, und Sven „Limo“ Lippert, 45. Die drei sind trotz ihres Alters echte Jungs – aber keine Kindsköpfe. Für sie ist das Skaten eine Lebensphilosophie, es gehört zu ihrem Leben dazu. Keiner der drei Männer hat jemals richtig aufgehört zu fahren.


Starsky stand 1974 auf seinem allerersten Skateboard. Für viele der anderen echten Jungs, die an den Wochenenden die Skateranlagen Berlins bevölkern, klingt das nach: ganz schön lange her! „Mein erstes Brett war eine Stuhllehne mit Rollschuhen darunter“, sagt Axel Kleinhans und freut sich, wenn er daran denkt. Während er das erzählt, merkt man, dass er sehr viel an früher denkt – und es empfindet, als sei es jetzt. Der Gedanke, älter zu werden, gefällt ihm nicht. Also ist er einfach ein Junge mit seinem Skateboard. Von Beruf ist er Tischler, und auch das passt, wenn man an die Stuhllehne und die Rollschuhe denkt. Noch heute baut er Skateboards selbst, hat eine eigene kleine Firma, die sich Rolling Four nennt. Starsky ist eine echte Nummer in der Skaterszene.


Den Teufelsberg erobert


Und auch die anderen beiden, Limo und Marky, sind bekannt. Die drei kennen sich seit 1976/77. „Wir sind damals im Untergeschoss des ICC gefahren, im Märkischen Viertel oder den Teufelsberg runter. Das Brett gehörte zu unserem Alltag“, sagt Markus Thummerer. Der 48-Jährige arbeitet als Raumausstattermeister beim Fernsehen. Seine neunjährige Tochter ist an diesem Tag im Park mit dabei. Mit Skateboard.


Markys großer Sohn fährt auch. Die beiden Söhne von Limo, der als Speditionskaufmann arbeitet, fahren auch. Das muss lässig sein, wenn man erzählen kann, dass Papa Skateboard fährt. Modelleisenbahner klingt eindeutig weniger cool. Wobei die drei schon zugeben müssen, gezwungenermaßen Abstriche zu machen. An den Skateranlagen liefen sie „außer Konkurrenz“, sagen die drei. „Und oben aus der Schüssel raus“, sagt Markus Thummerer, „springt von uns auch keiner mehr. Früher haben wir auch Slalom gemacht und sind ,Street‘ gefahren, hatten also das Board immer dabei. Das machen wir nicht mehr.“


„Man braucht einen Helm, das ist Minimum“, sagt Sven Lippert. Die drei haben Knie- und Ellenbogenschützer um und einen Helm auf. „Wenn man mit einer Verletzung zum Arzt kommt und dem dann sagt, dass das beim Skateboardfahren passiert ist, dann gibt es schon komische Blicke“, sagt Thummerer. Natürlich tut man sich manchmal weh. Aber wer so lange skatet wie Starsky, Limo und Marky, der kann die Risiken einschätzen und minimieren. „Und wenn ich mir dann andere angucke, die mit Mitte 40 nicht mal joggen oder so“, sagt Limo. Nee, das wäre nichts für ihn. Spricht’s und verschwindet wieder in der Schüssel. Es gibt eine Reihenfolge, wer wann skaten darf. Ohne Absprachen.


In Berlin sieht man Skateboards fast überall. Auf den Straßen, auf den Skateranlagen ohnehin. Früher war das anders. Als Marky, Limo und Starsky angefangen haben, galt es zu improvisieren. „Wir haben alles selbst gebaut: Halfpipes, kleinere Quarterpipes, Hindernisse, und die Bretter waren auch nicht so wie heute“, sagt Markus Thummerer. Sein erstes war von Woolworth und konnte nur schräg fahren – irgendwas mit den Rollen stimmte nicht. Limo hat sein erstes Brett von seinem Vater geschenkt bekommen. Das war 1979, das Board war aus Plastik. „Infiziert“ mit dem Skatervirus wurden übrigens alle durch unterschiedliche Berichte im Fernsehen. „Und in den 80er-Jahren schwappte dann ja ohnehin die Skater- und Punkrock-Welle über uns alle hinweg“, sagt Limo. Viele Skater kamen und gingen in all den Jahren. Viele fuhren ein paar Jahre oder eine Saison, und dann war die Euphorie wieder vorbei. Nicht so bei Limo, Marky und Starsky. Bei Starsky ohnehin nicht. „Der ist verrückt“, sagen die anderen und meinen es. Aber liebevoll.


Jeder „echte“ Skater hat drei oder vier Bretter, Starsky ungefähr 800. Das ist sein ganzes Glück: „Alles, was Bretter und Rollen hat.“ Oder beides. „Wie andere Van Goghs sammeln, sammel ich Bretter“, sagt Kleinhans. Und das können auch Werte sein. Für ein Skateboard kann man 50 bis 500 Euro ausgeben. Starsky hat mal eines seiner „Sammlerstücke“ bei Ebay verkauft: „5800 Euro war das Höchstgebot. Dafür bin ich in die USA gefahren.“ Das von Stuttgart nach Berlin umgezogene Skateboard-Museum, das bis zum 31. August mit einer Ausstellung im Stadtbad Wedding zu sehen ist und auf einen festen Standort in der Hauptstadt wartet, ist für die drei so etwas wie ein erfüllter „Kleiner-Junge-Traum“. Und überhaupt, es gibt da doch dieses Sprichwort, nur wie war das noch? Zu dritt kramen sie in ihrem Gedächtnis und setzen es dann zusammen: „Du hast nicht aufgehört zu skaten, weil du alt geworden bist. Du bist alt geworden, weil du aufgehört hast zu skaten.“